OpenCourse 2011

Zukunft des Lernens

 

Woche 8 (20. – 26. Juni): Lernen kann doch jeder, oder? Über Kompetenzen und Bildung


I. Überblick:

„Keine Bildung ohne Medien!“ hieß das Motto des Medienpädagogischen Kongresses im März 2011. Doch um die vielfältigen Medientechnologien auch souverän und selbstbewußt nutzen zu können, braucht es bestimmte Kompetenzen. Medienkompetenzen, Informationskompetenzen, digitale Kompetenzen – die Liste ist lang und die Verwirrung oft groß. Denn es geht ja gerade auf diesem Feld darum, nicht den Umgang mit den Tools von heute, sondern mit den Entwicklungen von morgen zu vermitteln. Hat man sich erst einmal auf das Ziel geeinigt, gehen die Fragen weiter: Wo und wie werden diese Kompetenzen vermittelt? Wie kann das ganz praktisch, übersetzt in Curricula, Kurse, Aufgaben und Übungen, geschehen? Und sind nicht die Lehrenden von heute das Nadelöhr, durch das zuerst alle Anstrengungen hindurch müssen?


II. Lektüre:

Heidi Schelhowe u.a.: Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur. Bericht einer Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung, 12. März 2009
http://www.bmbf.de/pub/kompetenzen_in_digitaler_kultur.pdf

Benjamin Jörissen: Medien… -bildung? -kompetenz? -literacy? -didaktik? -erziehung? joerissen [punkt] name, 6. November 2010
http://joerissen.name/medienbildung/bildungskompetenzliteracyerziehung/

Michael Wagner: Die 11 Kernkompetenzen der Medienpartizipation, medienpaedagogik.at/blog, 9. September 2008
http://medienpaedagogik.kaywa.com/p592.html

Joachim Wedekind: Medienkompetenz für (Hochschul-) Lehrende. zeitschrift für e-learning, 2/2008. S. Seufert (Hrsg. ) (2008). E-Competence für Lehrende. Innsbruck: Studienverlag. S. 24-37.
http://joachim-wedekind.de/Downloads/medienkompetenzHSLehrende.pdf

Medienpädagogischer Kongress 2011: Keine Bildung ohne Medien (inkl. des Medienpädagogischen Manifests)
http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/

Eine Übersicht der Medienkompetenzangebote an der Goethe-Universität Frankfurt findet man in dem Artikel von Claudia Bremer: „Fit fürs Web 2.0? Ein Medienkompetenzzertifikat für zukünftige LehrerInnen“ In: S. Zauchner, P. Baumgartner, E. Blaschitz, A. Weissenbäck (Hrsg.): Offener Bildungsraum Hochschule. Tagungsband der GMW-Tagung 2008. Münster. S. 134 – 144, sowie einen Beitrag über die Qualifizierung von Studierenden, vor allem auch Lehramtsstudierenden, und deren Einbindung in Medienproduktionen und eLearning-Projekte an der Universität Frankfurt: „Studentische E-Learning Projekte in der Hochschule“ . In: Hannah Dürnberger, Sandra Hofhues, Thomas Sporer (Hrsg.): Offene Bildungsinitiativen: Fallbeispiele, Erfahrungen und Zukunftsszenarien. Waxmann Verlag: Münster 2011, S. 41 – 55


III. Online-Event:

Mittwoch, 22.06.2011, 17-18 Uhr
Referent: Prof. Dr. Christian Spannagel, PH Heidelberg

Zugang: http://www.ustream.tv/channel/opco11

Hinweis für die, die live mitmachen wollen:: in dieser Woche läuft es ein wenig anders, statt den Zugang in AdobeConnect erproben wir mal ein anderes Format, alle Infos, Konzertlinks usw. unter:
http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Cspannagel/opco11

Nachlese zur Sitzung von Christian Spannagel von ihm selbst:
http://cspannagel.wordpress.com/2011/06/17/ein-festival-der-itg-meine-opco11-session/


IV. Weitere Aktivitäten:

1. An der Projektschule Goldau (Schweiz) gibt es seit August 2009 das iPhone-Projekt, in dessen Rahmen alle Kinder einer fünften Klasse ein iPhone zur Verfügung gestellt bekamen, das sie innerhalb und auch ausserhalb der Schule kostenlos nutzen dürfen.

Schauen Sie sich den ARTE-Film über das Projekt an und nehmen Sie Stellung: Ist es ein  empfehlenswerter Ansatz, um Medienkompetenz zu vermitteln? Ist er übertragbar, z.B. auf Mitarbeiter eines Unternehmens?
http://www.projektschule-goldau.ch/permalink/1289

Auf den Seiten der Projektschule Goldau – http://www.projektschule-goldau.ch – finden sich weitere Informationen zum Projekt!


2. Kennen Sie aus Ihrem Arbeits- oder Bildungsalltag andere Ansätze und Angebote, um Medienkompetenz oder digitale Kompetenz vermitteln?

3 Antworten auf Woche 8 (20. – 26. Juni): Lernen kann doch jeder, oder? Über Kompetenzen und Bildung

  1. Nadja Blust sagt:

    Hallo, ja ich kenne. ich nutze Sartboard, Scype und Adobe Conncet. Und hab erfolgreiche Projekte bereits international mit WEB 2 Tools gemacht. Mfg

  2. „Lernen kann doch jeder, oder?“
    Ich sehe das etwas strikter: Lernen muß jeder selbst.
    Meine Grundannahme dazu ist, dass Lernen ein individueller, psychologischer und physiologischer Prozess ist.
    Oder kurz: Lernen findet im Kopf statt und nicht auf dem Papier.
    Insofern sprechen wir hier doch eher über Medien und Methoden und da ist die Frage wie diese einen nachhaltigen Lernprozeß unterstützen können und (nur) der Vermeidung von Langeweile dienen.
    Auf welcher Ebene siedeln wir die Unterscheidung von Medien an? Ist die technische Ebene wichtig?
    Ich habe mit:
    Text eine verbal, visuell,
    Grafik bzw. Bild eine non-verbal, visuell,
    Sprechen, Zuhören usw. eine verbal, auditiv und mit
    Tönen, Klängen usw. eine non-verbal, auditiv
    kodierte Information vorliegen (diese Einteilung kommt von einer Arbeitsgruppe um Weidenmann, die die Nachhaltigkeit computergestützten Lernens untersucht haben).
    Sind das die Medien (Text, Bild…)? Macht es ein Unterschied im Sinne eines nachhaltigen Lernprozesses, ob ich einen Text in einem Buch, auf einer Folie, am iPhone lese?
    Oder vereinfachen die neuen, digitalen Medien nur die Verbreitung und Wiederverwendbarkeit der Inhalte?

    „…braucht es bestimmte Kompetenzen. Medienkompetenzen, Informationskompetenzen, digitale Kompetenzen – die Liste ist lang und die Verwirrung oft groß.“
    Welchem Kompetenzbegriff folgen wir? Was genau ist Kompetenz?

    „Wo und wie werden diese Kompetenzen vermittelt?“
    Es gibt die Kurzform: „Kompetenz ist Wissen und Erfahrung“ (für die Logiker, ich habe bewußt ein „und“ und kein „+“ benutzt).
    Wenn das stimmt, ist Kompetenz eben nicht vermittelbar, Erfahrungen muß nämlich jeder selbst machen.

  3. Hallo, danke für den Kommentar. Ich unterscheide meist:

    1) Mehrwerte multimediales Lernens durch das Angebot des Lernstoffs in verschiedenen alternativen Codierungsformen, das entspricht ein wenig den oben genannten Formen Text, Bild, Film, Sound, aber auch bewegtes Bild, Animation – dies ist eher eine Mehrwert durch Multimedia

    2) Mehrwerte durch Distribution, Organisation, Taktung des Lernprozessen, Bereitstellung von Material, zeitliche/räumliche Entzerrung usw., Unterstützung der Selbstlernphasen, online Kooperation und Betreuung – dies ist eher ein Mehrwert durch das Internet

    in eLearning kommt beides zusammen. Ich würde nicht nach dem EINEM Mehrwert suchen, ich finde, da kommen einfach je nach Eisatzszenario und genutzten Medien und angewandten Methoden mehrere zusammen z.B. im Wiki eher die Vernetzung, in einer Animation/Simulation eher die Codierungsform und Interaktivität.

    Darüber hinaus in Kategorie 1:
    – Mehrwerte durch Interaktivität wie z.B. IN Animationen, Simulationen, das ist nah an dem ersten Punkt aber eben noch mehr

    Darüber hinaus in Kategorie 2:
    – Mehrwerte durch netzbasierte soziale Interaktionen, das geht über Punkt 2 hinaus.
    – Mehrwerte durch Instruktion, Taktung, usw., dies berührt auch methodische Aspekte

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