Schlusschor: (Non)Acting Things

Halber Mensch – kommt aus dem Chaos, ist die einzige Energie.

Wo fing es an und wann? Festlich aufgezäumt, posieren jugendliche Turniertänzer vor dem Gesellschaftshaus in Berlin Grünau für ein Gruppenfoto. Die Mehrzahl der Jugendlichen folgt den bürgerlichen Vorstellungen von Mode und Etikette.

Wie fing es an und wann?
Der Fotograf: „Die ganze Gesellschaft: zusammenrücken.“
Alle: „Wir sind der Chor.“

Kurz darauf eine Kanonade kurzer lauter Befehle, einzeln oder zu mehreren abgegeben, die der Fotograf willenlos befolgt:

„Kamera zwei! Suchen! Scharfziehen! Belichtung! Auslösen! Atem Stopp! Atem go! Hand aus der Hosentasche! Haare aus der Stirn! Kamerawechsel! Gehen, nicht schleichen! Geradehalten! Motiv! Linkes Auge, rechtes Auge! Nachdenken! Ideen! Blickwinkel! Kontrolle! Tiefenschärfe! Gesamteindruck! Stirnrunzeln! Lächeln! Charme! Ernst! Sorge! Umsicht! Deutschland! Knien! Abwärts! Schneller! Flach! Abwärts! Liegenbleiben! Mund auf! Augen starr! Kein Mucks mehr! Atem Stopp! Atem Ende! Licht aus!“

Dunkel. Leichter mehrstimmiger Chorgesang. Wenn es wieder hell wird, liegen vom Fotografen nur noch ein Bündel Kleider auf den Boden.

Schlusschor: (Non)Acting Things
Konzept und Performance:
Fanti Baum

 

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