The Butterfly-Effect

Blumen kommen durch den Kolonialismus und die moderne Gewächshausproduktion in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Industrieprodukt in Massen nach Europa und die USA. Zur selben Zeit finden eine Reihe im Stich gelassene Frauen festen Einzug in das Opernrepertoire: die Blumen-Stickerin Mimi, die Edelprostituierte Violetta oder die Geisha Butterfly bevölkern bis heute ungebrochen die Bühnen. Die Frau in der Oper des 19. Jahrhunderts: dahinsiechende Körper, tödliche Krankheiten, Husten, Blut auf dem Rüschentaschentuch, ein letztes dramatisches Aufbäumen mit ausgestreckter Hand und immer wieder welkende Blumen. Die Blumensprache ist gekennzeichnet durch einen Überschuss an Bedeutung, der auf die Blume selbst zurückfällt und ihr Bedeutung zuschreibt an der Grenze des Sagbaren. In dieser Collage treffen für die Singstimme geschriebene Texte aus italienischen Opernlibretti und zeitgenössischen Äußerungen aus Sozialreportagen, Literaturshows, Nachrichtensendungen und Hollywood aufeinander. Und immer wieder welkende Blumen.

TEXT VON: ARD-tagesthemen, Brel, Barthes, Borchert, Clement, Giacosa, Große, Grissemann, Howard, Hecht, Illica, Löffler, Lorca, Marivaux, Piave, Reich-Ranicki, Rodriguez, Silva, Stermann.

MUSIK VON: Verdi, Puccini und Steiner.

The Butterfly-Effect

Eine Arbeitsprobe von Benjamin Große

Probebühne

Februar 2015

 

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