Anna Lönnqvist: Verliebt in Stockholm

Eine Buchrezension von Juliana Böttger

”Verliebt in Stockholm” ist ein Roman der schwedischen Autorin Anna Lönnqvist. Die deutsche Übersetzung ist von Regine Elsässer. Im schwedischen Original trägt der Roman den Titel „Den förste gång jag såg dig“ (auf Deutsch: das erste Mal als ich dich sah). Das Buch handelt von Liebe, aber auch von dramatischen Problemen in der Jugend. Die Kapitel wechseln zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Hauptperson heißt Mira und in den Abschnitten, die in der Vergangenheit spielen, ist sie in William verliebt. Sie sind beide noch Teenager und wohnen in der Nähe von Luleå in Schweden. Miras größte Leidenschaft ist das Spielen der Geige. Sie möchte professionelle Violinistin im Orchester werden. William spielt in seiner Freizeit Eishockey und könnte womöglich Profi werden. Sie haben beide viele Probleme aber William erzählt Mira nicht von seinen. Sie versteht erst nicht, wieso er nichts erzählt aber als sie erfährt, dass sein Vater gewalttätig ist, versteht sie das Problem.

In der Gegenwart lebt Mira in Stockholm und ist professionelle Violinistin im Stockholmer Orchester. Sie bekommt Schmerzen im Arm und geht zum Arzt. Die Ärztin sagt ihr, dass sie nicht weiter Geige spielen kann, weswegen sie gezwungen ist, eine Pause zu machen. Nach dem Arztbesuch trifft sie zufällig William auf der Straße. Sie ist nicht sehr froh darüber, ihn zu sehen, und die Situation ist sehr unangenehm. Wir als Leser wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht, wieso das so ist. Aber man weiß, dass etwas Negatives zwischen den beiden in der Vergangenheit passiert ist. Das muss der Grund für die komische Stimmung sein. Deswegen will man als Leser wissen, was passiert ist und so liest man immer weiter und weiter und kann das Buch nicht weglegen. 

Der Roman ist sehr spannend und ich habe ihn innerhalb von drei Tagen gelesen. Auf Grund der Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit will man immer weiterlesen, weil die Kapitel immer an den spannenden Stellen enden. Der Schreibstil ist einfach verständlich und bildhaft, aber es gibt zwei oder drei Sätze, die nicht gut formuliert sind oder auch einen Satzbau haben, der den Lesefluss unterbricht. Zum Beispiel steht auf Seite 64 der deutschen Ausgabe: „Ich weiß immer noch nicht, ob ich sie zurückgestoßen habe, oder ob sie von mir Abstand genommen hat. Weil ich, meine Situation zu Hause zu eigenartig war und sie Angst hatte, abgelehnt zu werden, wenn sie mit mir zusammen war.“ Diese Satzstruktur ist so kompliziert, dass man sie im ersten Moment gar nicht nicht versteht. Die deutsche Übersetzung des Titels ist aber auch nicht so gut gelungen: Viele Leser kritisieren, dass sie dachten, der Roman sei nur ein Liebesroman und würde nicht so viel Drama beinhalten. Ich selbst mag die Geschichte und die Figuren sehr, weil Mira und William realistisch und sympathisch geschildert werden und man als Leser will, dass die beiden wieder zueinander finden. Zuerst dachte ich, dass das nicht passieren wird, da Mira und William beide einen Partner beziehungsweise eine Partnerin haben, aber Mira ist nicht so glücklich in ihrer Beziehung mit dem italienischen Violinisten und William überrascht Mira – und den Leser – am Ende doch noch.

Wenn du Romane über Jugend und Liebe magst, in denen etwas Überraschendes passiert, ist dieser Roman genau das Richtige für dich. 
Hast du einen Lieblingsliebesroman oder einen Roman, den du immer wieder gerne liest?

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