OpenCourse 2011

Zukunft des Lernens

OpenCourse 2011: Die siebte Woche

Publiziert am von jrobes

Was ich am Dienstag angefangen habe, könnte ich heute munter fortsetzen: Wir tun uns schwer mit dem Spielen. Noch schwerer tun wir uns mit dem Spielen am Computer. Immerhin haben sich einige Teilnehmer zu zaghaften Geständnissen aufgerafft: Ich habe beim Überfliegen der Posts u.a. Pac-Man, FarmVille, Myfreefarm, Simboarding und Schach (!) entdecken können. Aber richtig kompliziert wird es, wenn es um den Einsatz von Spielen im pädagogischen Kontext oder gar das Begriffsungetüm „Serious Games“ geht! Wer sich etwas in die Spiele-Bekenntnisse und -Diskussionen vertiefen will, dem seien z.B. die Anmerkungen von Monika König (mit vielen Kommentaren!), Andrea Brücken oder Sabine Hueber empfohlen. Matthias Rückel hat übrigens eine „strukturierte Sammlung zum Thema Game Based Learning der 6 Woche des Open Course 2011“ in Storify erstellt. Und viele interessante Antworten und Argumente zur Frage „Was assoziieren Sie mit dem Begriff „Spiel“?“ gibt es auf tricider („easy brainstorming & voting“), ein Tool, das ich noch gar nicht kannte.

Spätestens nach unserer Session am Mittwoch mit Holger Horz und Anja C. Wagner wurde deutlich, dass wir (mindestens) von zwei Seiten auf das Thema schauen können: Wir können uns der Frage stellen, wie wir als Lehrende Themen vermitteln, für Probleme sensibilisieren oder gar Kompetenzen entwickeln helfen und hier ist die Frage, ob sich diese Ziele durch (Online-)Spiele besser erreichen lassen. Und in guten Spielen scheint einiges Potential zu stecken, wie uns Holger Horz vermittelte. Oder wir stellen uns die Frage, ob es auch ein Spielen oder Spiel-Erlebnisse jenseits formaler Bildungsprozesse gibt, die uns helfen, selbst gesteckte Lernziele zu erreichen. Hierzu würde ich auch den „game-based flow“ zählen, von dem uns Anja C. Wagner berichtet hat.

Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Als wir uns vor einigen Wochen Gedanken gemacht hatten, wen wir für einen Input zum OpenCourse ansprechen könnten, stand Christian Spannagel ganz oben auf der Liste. Wir waren natürlich sehr erfreut, dass er sofort zusagte, die Woche zum Thema „Lernen kann doch jeder, oder? Über Kompetenzen und Bildung“ zu übernehmen. Aber was heißt „zu übernehmen“! Christian hat gleich ein ganzes Szenario entwickelt, das ab heute den Teilnehmern offen steht und am Mittwoch online zusammengeführt wird. Hier ein Auszug aus Christians Ankündigung:

„Also, ich habe mich entschlossen, am nächsten Mittwoch (22.6., 17 Uhr) ein Experiment zu starten: Ich möchte versuchen, mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine massive synchrone Online-Kollaboration durchzuführen. Hierzu habe ich eine Wiki-Seite erstellt mit Vorabinfos, Podcasts und Etherpads zur Vorbereitung der Sitzung. @dankegang hat mich dabei auf die Idee gebracht, dass ich hier einen Hauch von WGT-Atmosphäre mit einbringen könnte. Und das mache ich auch: Wir gestalten am Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhr ein ITG-Festival (ausgeschrieben: Ein Festival der Informationstechnischen Grundbildung).“

Wenn das nicht neugierig macht! Dazu jetzt schon eine wichtige „Regieanweisung“: Wir treffen uns nächsten Mittwoch nur auf ustream, wo Christian die Online-Session vorstellen wird! Alles weitere findet dann auf verschiedenen Etherpads statt. Dazu aber in den nächsten Tagen noch mehr und weitere Informationen! Jetzt wünsche ich erst einmal ein schönes Wochenende!

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2 Kommentare zu OpenCourse 2011: Die siebte Woche

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  2. hjakobs sagt:

    Was ist am Schachspielen via Computer so ungewöhnlich, dass es ein Ausrufezeichen verdient? Schachcomputer haben die Vor- und Nachbereitung von (Turnier-)Partien stark vereinfacht und verbessert und sie haben auch das Spiel an sich verändert, da Schachcomputer aufgrund ihrer Rechentiefe sehr von der Taktik kommen und weniger vom strategischen Positionsspiel, das ihnen die Softwarehersteller erst nach und nach beibringen konnten/können. Davon abgesehen treffen sich tausende Schachspieler online, um gegeneinander Schach zu spielen. Weil es einfacher ist, als zum wöchentlichen Training seines Vereins zu gehen (wenn man denn im Verein spielt) oder sich mit jemandem zu treffen, der erst einmal Zeit und Lust haben muss. Online findet man immer jemanden. Schließlich kann man auch Dame und Mühle und andere klassische Brettspiele browserbasiert spielen. Das ist natürlich nur eine simple Übertragung des Spiels in ein anderes Medium. Dennoch wird auch hier gespielt. Und da man gegen einen Computer spielt, ist auch das Spiel selbst nicht mehr dasselbe wie zuvor.

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