Danae Theodoridou – Dramaturgie als Arbeit an Handlungen

Von 2013–2016 leitete Danae Theodoridou zusammen mit Konstantina Georgelou
und Efrosini Protopapa ein künstlerisches Forschungsprojekt mit dem Titel
«Dramaturgy at Work», das in Theatern, Universitäten und anderen Räumen in
ganz Europa umgesetzt wurde. Mittels einer Reihe von Workshops und
Diskussionen wurden in diesem Projekt die Schlüsselprinzipien von
Dramaturgie in gegenwärtiger Praxis und ihre politischen Implikationen im
Kontext des neoliberalen Kapitalismus untersucht. Die Resultate dieser
Forschung wurden in dem Buch «The Practice of Dramaturgy: Working on Actions
in Performance» (Valiz, 2017) publiziert. Ausgehend von dieser Publikation
wird sich der Vortrag mit dramaturgischer Praxis auf der Grundlage einer
etymologischen Neudefinition des Begriffs beschäftigen, welche von den drei
Autorinnen vorgeschlagen wird: Dramaturgie, die sich von den griechischen
Begriffen «Drama» (Handlung) und «Ergon» (Arbeit) ableitet, konstituiert
einen Prozess des «Arbeitens an Handlungen» und berührt deshalb politische
Prozeduren in ihrem Kern.

Danae Theodoridou lebt und arbeitet als Performance-Künstlerin und
Theaterwissenschaftlerin in Brüssel. Sie wurde an der Universität Roehampton
in London mit einer Arbeit über Dramaturgie im zeitgenössischen Theater und
Tanz promoviert, lehrt an zahlreichen Universitäten, Theater- und
Tanzhochschulen in Europa und kuratiert Forschungsprojekte, die eng mit
künstlerischer Praxis verbunden sind. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen
Arbeit steht der Begriff des sozialen Imaginären und die Frage, wie Kunst
zum Entstehen von sozialen und politischen Alternativen beitragen kann.