Archiv der Kategorie: Jour Fixe

Zu ihrem Jour Fixe lädt die Theaterwissenschaft der Goethe-Universität regelmäßig Gäste aus der Theaterpraxis, -forschung und Kulturpolitik ein, die ihre Arbeit und aktuellen Projekte vorstellen und mit Studierenden und Lehrenden des Instituts und der anderen Studiengänge der Hessischen Theaterakademie diskutieren.

Jour Fixe mit Elisa Liepsch und Julian Warner

Im April 2018 eröffneten Elisa Liepsch und Julian Warner (Künstlerhaus Mousonturm // HAUPTAKTION) gemeinsam ihr Performance- und Diskursprogramm im*possible bodies am Künstlerhaus Mousonturm. Bei diesem ?Festival für utopische Praxis? gingen sie Fragen nach eingeschriebenen, kuratorischen und theatralen, kolonialen Praxen nach; untersuchten Machtasymmetrien auf der Bühne und innerhalb der Institution des Mousonturms und setzten sich über die Frage nach dem ‚Wir‘ auseinander. Hierbei entwickelten sie Ideen und Praktiken, für eine Institution der Zukunft, die Teilhabe, Kollaboration, Ermächtigung, Ästhetik, Repräsentation und Kritik für alle ermöglicht. Ausgehend hiervon publizierten sie das in diesem Jahr erschienene Buch ?Allianzen. Kritische Praxis an weißen Institutionen? (transcript, 2018). Im Januar 2019 wird ihr Diskursprogramm in die zweite Runde gehen, bei dem theoretische Überlegungen und Recherchen in die Praxis überführt und am Beispiel des Mousonturms die Idee einer anderen Institution modellhaft umgesetzt werden sollen.

Jour Fixe mit Susanne Kennedy

01. November 2017, 19 Uhr
Jour fixe mit der Regisseurin Susanne Kennedy

Probebühne der Theaterwissenschaft, Campus Bockenheim

Susanne Kennedy gilt als Shooting Star im deutschsprachigen Sprechtheater der vergangenen Jahre. Mit einer außergewöhnlichen Ästhetik, zu der Masken, Play-Back-Dialoge, Doppelgänger und der experimentelle Einsatz audiovisueller Medien gehören, verändert sie radikal das Kräfteverhältnis zwischen Körpern, technischen Objekten und Maschinen in der Darstellung. Ihre Arbeiten wurden u.a. an der Volksbühne Berlin und den Münchner Kammerspielen gezeigt. Im Jour fixe sprach sie über ihren Werdegang, ihre Probenarbeit, die Rolle von Frauen im Theater und auf der Bühne und Aspekte ihrer Ästhetik.

Jour Fixe mit Boris Nikitin

29. November 2017, 19 Uhr
Jour fixe mit Boris Nikitin

Probebühne der Theaterwissenschaft, Campus Bockenheim

Boris Nikitin ist Theaterautor und -regisseur, Bühnenbildner, Installationskünstler und Leiter des Basler Festivals »It’s the real thing – Basler Dokumentartage«. Die meisten seiner künstlerischen Arbeiten drehen sich um die Konstruktion, Darstellung und Verdoppelung von Realität und Identität. Dabei verschiebt er die Grenzen zwischen Performance und Theater, Illusion und Dokumentarischem, offensivem Dilettantismus und schauspielerischer Virtuosität. Viele seiner Projekte spielen mit ihrer Rahmung.
Das von ihm geschriebene und inszenierte Stück, »Martin Luther Propagandastück«, wurde im März 2016 im HAU im Rahmen des Festivals „Heiner Müller!“ uraufgeführt und zum Festival »Impulse« eingeladen. In der Spielzeit 2016/17 gastierte die Produktion u.a. am Thalia Theater Hamburg. Sein Projekt „Hamlet“ mit Julia*n Meding war bisher u.a. in Basel, Paris, Athen, Mülheim, Lausanne, Madrid und Bern zu sehen, kam im Rahmen des Kongresses „Theater als Kritik“ 2016 in Frankfurt zur deutschen Erstaufführung und wurde seither an zahlreichen weiteren internationalen Stationen gezeigt. Im Jour fixe erläutert Nikitin den Studierenden der Dramaturgie und Theaterwissenschaft seine Herangehensweise an das Theater, seine Arbeit mit Schauspieler*innen und sein Konzept eines „Theaters der Verwundbarkeit“.

Jour Fixe mit Carl Hegemann

Wie kein anderes Thema bewegte die Theaterwelt in der vergangenen Spielzeit der bevorstehende Intendantenwechsel an der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz in Berlin. Nachdem beim Jour fixe im Februar 2016 Marietta Piekenbrock die Perspektiven des Hauses unter dem neuen Intendanten Chris Dercon dargestellt hat, wird nun einer der schärfsten Kritiker der Neubesetzung, Carl Hegemann, beim Jour fixe zu Gast sein. Er ist Chefdramaturg des Hauses und prägte sein intellektuelles Profil wie sein Programm über mehrere Jahre hinweg maßgeblich mit.

Carl Hegemann studierte Philosophie, Gesellschafts- und Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main, wo er 1979 mit einer Arbeit über Johann Gottlieb Fichte und Karl Marx promoviert wurde. Er war Dramaturg bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (1988–89), am Stadttheater in Freiburg (1989–92), am Schauspielhaus Bochum (1995–96), am Berliner Ensemble (1996–98) und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (1992–95, 1998–2006 und seit 2015) und am Thalia Theater Hamburg (2011-15). Bis zu seiner Emeritierung leitete er als Professor für Dramaturgie den Dramaturgiestudiengang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Als Dramaturg arbeitete u.a. mit Heiner Müller, Christoph Schlingensief und René Pollesch zusammen.

Beim Jour Fixe soll in offener Runde bei Brezeln, Wein und Wasser mit ihm über seinen Werdegang, seine Arbeit an den verschiedenen Theatern und natürlich über den bevorstehenden Umbruch an der Volksbühne gesprochen werden.

Jour Fixe mit Xavier Le Roy

Xavier Le Roy ist einer der herausragenden Künstler auf den Gebieten des Tanzes und der Chroeographie der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte. Mit Arbeiten wie „Self unfinished“, „Product of Circumstances“, „Le Sacre du Printemps“ und „Low Pieces“, aber auch mit der performativen Ausstellung „Retrospective“ und den damit verbundenen grunderschütternden Fragen an Tanz und Ballett hat er Tanz- und Choreographie-Geschichte geschrieben. Jetzt arbeitet er mit Tiziano Manca und Christophe Wavelet unter dem Label „Issho Ni Ensemble“ an dem Stück „Haben Sie modern gesagt?“, das Ende Januar im Rahmen des Festivals „Frankfurter Positionen“ im Frankfurt Lab uraufgeführt werden wird. In einem Jour fixe extra stellt er seine Arbeit vor und diskutiert sie mit Studierenden und Gästen.

Der gebürtige Franzose Le Roy wurde in Molekularbiologie an der Universität Montpellier promoviert und arbeitet seit 1991 als Tänzer und Choreograf mit unterschiedlichen Kompanien und Choreografen zusammen. Von 1996 bis 2003 war er Artist-in-Residence im Podewil Berlin. 2007/08 war er Associated Artist am Centre Chorégraphique National de Montpellier, 2010 Artist-in-Residence fellow des MIT Program in Art-Culture and Technology in Cambridge (USA). 2013-2015 war er Artist-in-Residence am Théâtre de la Cité Universitaire in Paris (2013-15).

Jour Fixe mit Marietta Piekenbrock

Nach 25 Jahren Intendanz von Frank Castorf kommt es an der Berliner Volksbühne 2017 zu dem wohl meist diskutierten Intendantenwechsel der jüngeren deutschen Theatergeschichte: Der derzeitige Leiter der Tate Modern in London, Chris Dercon, wird die Leitung des Hauses übernehmen. Maßgeblich mitverantwortlich für die zukünftige Ausrichtung der Volksbühne ist die designierte Programmdirektorin Marietta Piekenbrock.

Piekenbrock studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Aix-en-Provence, München und Paris (bei Julia Kristèva). Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet sie als Dramaturgin, Kuratorin und Autorin u.a. für das Bayerische Staatsschauspiel, die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und die Ruhrtriennale.

Beim Jour Fixe soll in gewohnt offener Runde bei Brezeln, Wein und Wasser mit Marietta Piekenbrock über ihren Werdegang und ihre Suche nach neuen institutionellen Antworten für zeitgenössische Kunst- und Produktionsformen an der zukünftigen Volksbühne gesprochen werden.

Jour Fixe mit Stefanie Lorey

Stefanie Lorey studierte in Köln und Giessen, wo sie ihr Studium 2005 als Diplom-Theaterwissenschaftlerin abschloss. Seit 2001 entwickelt sie zusammen mit Bjoern Auftrag und dem Label Auftrag : Lorey Projekte, die sich zwischen Konzept- und installativer Kunst, zwischen Performance, dokumentarischem Theater und Site Specific Art, zwischen Stadttheater und Freier Szene bewegen.
Ihre Arbeiten entstehen aus der Begegnung vor Ort, aus den lokalen Bedingungen und Gegebenheiten, den Fähigkeiten und Kenntnissen der Beteiligten. Die formale Struktur, die ihre Inszenierungen prägt, ist zugleich Spielraum für das Unvorhergesehene, das Unberechenbare, das zwischen Bühne und Zuschauerraum, zwischen dem, was sich zeigt und dem, wie es gesehen wird, zwischen Präsentiertem und seiner Wahrnehmung. Aus der Logik des versammelten Materials konstruieren sie Wahrnehmungsapparate, in denen spielerisch die Relationen von Sinn und Sinnlichkeit ausgelotet werden. Und die – zumindest für den Moment – die Selbstverständlichkeit, wie wir auf die Welt blicken und sie uns erzählen, hinterfragen.

Im Herbst wird Stefanie Lorey ein Szenisches Projekt am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft leiten und betreuen. Beim Jour Fixe soll in offener Runde bei Brezeln, Wein und Wasser mit Lorey über ihren Werdegang, ihre künstlerische Arbeit und das geplante Projekt gesprochen werden.

Jour Fixe mit Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer

In der Reihe «Jour Fixe» waren Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer zu Gast.

Veranstaltung vom 02. Dezember 2015

Als 1992 das Festival «Neue Stücke aus Europa» entstand, befand sich Europa in einer Zeit des Aufbruchs. Die Biennale wurde zu einem der wichtigsten Austauschorte europäischer Autoren und Übersetzer. Heute, 24 Jahre später, übernimmt mit Maria M. Ludewig und Martin Hammer eine junge Generation die kuratorische Leitung. Unter dem Namen WIESBADEN BIENNALE steht die kritische Frage nach einer möglichen gemeinsamen Erzählung Europas im Zentrum. Dabei sollen verstärkt Gastspiele von den Rändern Europas gezeigt werden, daneben erstmals auch Eigenproduktionen. Ein Sommercampus wird unter dem Motto «Asyl des müden Europäers» eröffnen. In ihm werden Studierende die Gelegenheit erhalten, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die als Resident zum Festival eingeladen sind. An diesem Sommercampus werden auch Studierende der TFM und der Dramaturgie teilnehmen können.

Maria Magdalena Ludewig (*1982) studierte Philosophie in Hamburg und Berlin, sowie Schauspielregie an der Berliner HfS Ernst Busch. Seit 2003 arbeitet sie als Regisseurin und Produzentin u.a. am Hamburger
Schauspielhaus, den Sophiensaelen und Kampnagel.
Martin Hammer (*1981) studierte Literatur- und Thea­terwissenschaft in Berlin, Hamburg und Leipzig. Er arbeitet seit 2007 als freier Dramaturg in Stadttheatern und freier Szene.

Im Sommersemester werden Ludewig u. Hammer am Institut für TFM das Coaching für die Studierenden der Dramaturgie übernehmen.

Beim Jour Fixe soll in gewohnt offener Runde bei Brezeln, Wein und Wasser mit Ludewig und Hammer über ihren Werdegang und die neue Konzeption für die Wiesbaden Biennale gesprochen werden.