Archiv der Kategorie: English

Digital Theatre Research
Willkommen auf der Seite der Digital Theatre Research. Diese Seite ist digitale Archiv englischsprachiger Forschungsaktivitäten der Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt. Die nachfolgenden Beiträge in englischer Sprache entstammen den Vortrags- und Vorlesungsreihen, Konferenzen, Kongressen und Künstlergesprächen, die von der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität in den vergangenen Jahren organisiert wurden. Ein Zugang zu Passwort-geschützten Inhalten kann bei Interesse auf Anfrage gewährt werden: XXX

Keynote: Shannon Jackson – Context as Critique

Under the heading “Theatre as Critique”, the organisers of the 13th Congress of the Society for Theatre Studies invite researchers to examine theatre as a critical practice. With the crisis of the classical groundings of both theatre and critique in mind, the congress aims at a reconsideration of, on the one hand, the history, theory and issues of theatre and, on the other, the concept of critique. At the heart of the debate, therefore, is not just the subject matter of theatre critique but rather critique itself. Plenary speeches and shorter contributions on 8 different subject areas will be complemented by performative formats, visits to the theatre, talks and scenic contributions from students of the Hessian Theatre Academy (HTA).

Danae Theodoridou – Dramaturgie als Arbeit an Handlungen

Von 2013–2016 leitete Danae Theodoridou zusammen mit Konstantina Georgelou
und Efrosini Protopapa ein künstlerisches Forschungsprojekt mit dem Titel
«Dramaturgy at Work», das in Theatern, Universitäten und anderen Räumen in
ganz Europa umgesetzt wurde. Mittels einer Reihe von Workshops und
Diskussionen wurden in diesem Projekt die Schlüsselprinzipien von
Dramaturgie in gegenwärtiger Praxis und ihre politischen Implikationen im
Kontext des neoliberalen Kapitalismus untersucht. Die Resultate dieser
Forschung wurden in dem Buch «The Practice of Dramaturgy: Working on Actions
in Performance» (Valiz, 2017) publiziert. Ausgehend von dieser Publikation
wird sich der Vortrag mit dramaturgischer Praxis auf der Grundlage einer
etymologischen Neudefinition des Begriffs beschäftigen, welche von den drei
Autorinnen vorgeschlagen wird: Dramaturgie, die sich von den griechischen
Begriffen «Drama» (Handlung) und «Ergon» (Arbeit) ableitet, konstituiert
einen Prozess des «Arbeitens an Handlungen» und berührt deshalb politische
Prozeduren in ihrem Kern.

Danae Theodoridou lebt und arbeitet als Performance-Künstlerin und
Theaterwissenschaftlerin in Brüssel. Sie wurde an der Universität Roehampton
in London mit einer Arbeit über Dramaturgie im zeitgenössischen Theater und
Tanz promoviert, lehrt an zahlreichen Universitäten, Theater- und
Tanzhochschulen in Europa und kuratiert Forschungsprojekte, die eng mit
künstlerischer Praxis verbunden sind. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen
Arbeit steht der Begriff des sozialen Imaginären und die Frage, wie Kunst
zum Entstehen von sozialen und politischen Alternativen beitragen kann.

Rebecca Schneider – Im Stillstand

Avital Ronell bereitet Heideggers Aufbereitung Hölderlins auf und alle stolpern immer wieder von Neuem über die Figur der ?braunen Frauen?, die ?gehn?, in Hölderlins Gedicht Andenken. Was heißt es, mitten im Schritt innezuhalten? Carrie Mae Weems macht in ihrer Serie Roaming Kunst als gehende braune Frau, steht dabei aber Bild für Bild stocksteif. Oder nicht? Der Vortrag greift die Frage von Schritt und Gang nicht nur im Nachleben der Dichtung auf, sondern auch in Theater, Tanz und Photographie, um Zur-Seite-Treten und Wandern (Roaming) in dürftiger Zeit zu untersuchen, außerhalb der gewohnten Wiederholung von Dramen des Innehaltens und der Wiedererkennung.

Rebecca Schneider ist Professorin am Department für Theatre Arts and Performance Studies der Brown-University, Providence. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Theatergeschichte und Theorien der Intermedialität. Zahlreiche Publikationen, u.a.: Theatre and History (2014), Performing Remains: Art and War in Times of Theatrical Reenactment (2011) und The Explicit Body in Performance(Routledge, 1997).

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Other Countries – same problems? Examples of Belgium, France, Finland and Norway

With Tore Vagn Lid / Nikolaus Müller-Schöll / Katariina Numminen / Christophe Triau / Karel Vanhaesebrouck

Vor dem Hintergrund der Debatten über eine gegenwärtige Krise des deutschen
Stadttheaters sollen die diesen zugrundeliegenden ökonomischen,
künstlerischen und politischen Fragen wie auch die mit dieser Krise
verbundenen Chancen diskutiert werden. Dabei verweist der Begriff
„Implosion“ darauf, dass in den Stadttheatern mit immer weniger künstlerisch
Beschäftigten immer mehr produziert wird bei schwindendem Interesse an der
einzelnen Inszenierung. Die öffentlichen Theaterinstitutionen, so ließe sich
resümieren, sind zum Paradebeispiel jenes neuen Geists des Kapitalismus
(Boltanski/Chiapello) geworden, der auf der Bühne gerne kritisiert wird.

Cathy Turner (Exeter): Colliding logics of architecture and performance.

2018 setzt sich die Hessische Theaterakademie im Rahmen einer Ringvorlesung mit grundlegenden Fragen nach der städtebaulichen sowie damit einhergehend der gesellschaftlichen Position des Stadttheaters auseinander. Dazu lädt sie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Theater, Urbanistik, Wissenschaft und Politik ein. Welche Zeitlichkeit, Rhythmisierung und Erzählung sind mit Theaterarchitekturen verbunden? Welche Widerstände und Möglichkeiten ergeben sich aus den materiellen Strukturen? Dies soll in den verschiedenen Beiträgen konkret am aktuell diskutierten Beispiel der städtischen Bühnen, aber darüber hinaus auch allgemein in vergleichender Perspektive mit Blick auf neuere und ältere Bühnenformen untersucht und diskutiert werden.