Archiv der Kategorie: HTA-RVL

Müller-Schöll, Nikolaus (Frankfurt): Gebaute Ideologie. Oder: Welche Theaterarchitektur für welche Stadt? Einführung.

2018 setzt sich die Hessische Theaterakademie im Rahmen einer Ringvorlesung mit grundlegenden Fragen nach der städtebaulichen sowie damit einhergehend der gesellschaftlichen Position des Stadttheaters auseinander. Dazu lädt sie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Theater, Urbanistik, Wissenschaft und Politik ein. Welche Zeitlichkeit, Rhythmisierung und Erzählung sind mit Theaterarchitekturen verbunden? Welche Widerstände und Möglichkeiten ergeben sich aus den materiellen Strukturen? Dies soll in den verschiedenen Beiträgen konkret am aktuell diskutierten Beispiel der städtischen Bühnen, aber darüber hinaus auch allgemein in vergleichender Perspektive mit Blick auf neuere und ältere Bühnenformen untersucht und diskutiert werden. Die Einführung von Nikolaus Müller-Schöll beschreibt die Fragen der Reihe und bezieht sie auf die Situation in Frankfurt, wo eine Lösung für die Zukunft der sanierungsbedürftigen „Doppelanlage“ von Oper und Schauspielhaus gesucht wird.

Turner, Cathy (Exeter) – Colliding logics of architecture and performance.

2018 setzt sich die Hessische Theaterakademie im Rahmen einer Ringvorlesung mit grundlegenden Fragen nach der städtebaulichen sowie damit einhergehend der gesellschaftlichen Position des Stadttheaters auseinander. Dazu lädt sie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Theater, Urbanistik, Wissenschaft und Politik ein. Welche Zeitlichkeit, Rhythmisierung und Erzählung sind mit Theaterarchitekturen verbunden? Welche Widerstände und Möglichkeiten ergeben sich aus den materiellen Strukturen? Dies soll in den verschiedenen Beiträgen konkret am aktuell diskutierten Beispiel der städtischen Bühnen, aber darüber hinaus auch allgemein in vergleichender Perspektive mit Blick auf neuere und ältere Bühnenformen untersucht und diskutiert werden.

Gabriel, Leon – Arbeit an der Differenz? Theater in der Globalisierung

Veranstaltung vom 02. Juni 2015

Aus unserem Programm:

Was ist an künstlerischer Arbeit anders als an sonstiger Arbeit? Die Frage mag einerseits seltsam erscheinen, gilt doch Kunst landläufig als den Zwängen sonstiger Lebensbereiche enthoben. Andererseits: Theater im Speziellen ist ein ästhetischer wie auch sozialer Vorgang zugleich. Vor allem aber hat sich die Arbeitswelt der westlichen Industrienationen im Zeichen der sogenannten ‚Globalisierung‘ massiv gewandelt. Heute stehen immaterielle Produktionsweisen hoch im Kurs, welche denen des Theaters durchaus ähneln: Kreativität, Selbstunternehmertum, das An-die-Grenze-Gehen und der Umgang mit Zufällen werden zu Schlüsselkompetenzen, nicht selten aber mittels enormer Prekarisierungen. Dabei werden außerdem regionale, kulturelle oder politische Unterschiede zugunsten immer neuer Nischenmärkte und größtmöglicher Produktvielfalt abgeschöpft.

Demgegenüber dient dem Vortrag Heiner Müllers Aussage, Aufgabe des Theaters sei die „Arbeit an der Differenz“, als Ausgangspunkt, um anhand von aktuellen Debatten und Beispielen zu überlegen, worin diese Aufgabe heute bestehen könnte und wie diese ominöse Differenz von der oben beschriebenen bloßen Propagierung von Differenzen zu trennen ist.

Leon Gabriel, Jahrgang 1984, ist seit 2011 Mitarbeiter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe Universität Frankfurt. Er promoviert zur künstlerischen Politik des Raumes in der Globalisierung. Weitere Forschungsgebiete: das Verhältnis von Macht und Performance; Konfigurationen der Arbeit im Theater; Postkolonialismus; Psychoanalyse.

Zudem ist er seit 2009 Teil des Kollektivs Arty Chock mit dem er u.a. die ortsspezifische Reihe „Money Talks“ (2013-15) entwickelte. Seit 2014 co-organisiert er die Vortragsreihe „blind date: kunst – macht – widerstand“ an der Schnittstelle von Theorie und Praxis.