Tooltime! – Workshop zur Gestaltung digitaler Lehr-/Lernmaterialien

Im Rahmen der eLearning-Qualifizierungsreihe „Digitale Medien in Bildungsprozessen“ habe ich gemeinsam mit einer Kollegin einen Workshop über digitale Tools konzipiert: „Digitale Lernmedien einfach gestalten„. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Kennenlernen und Ausprobieren von einfach zu bedienenden, niedrigschwelligen Webapplikationen, die keine Installation und nach Möglichkeit auch keine Anmeldung oder Registrierung benötigen. Die Zielgruppe waren Lehrende aus Hochschule, Schule sowie der betrieblichen Weiterbildung.

Um in der relativ kurzen Zeit von vier Stunden eine möglichst breite Palette an digitalen Werkzeugen erfahrbar zu machen, haben wir uns für ein Blended Learning-Konzept in Kombination mit einem Gruppenpuzzle entschieden. Methodisch wurde dabei das handlungsorientierte, konstruktivistische Konzept des Lernen-durch-Lehren (Martin, 1985) mit Deweys Lernen-durch-Handeln (1915, 1916) verbunden.

Im Seminar setzten wir uns mit den folgenden digitalen Web-Tools auseinander:

  • Der Screencast-Software Screencast-O-Matic,
  • Powtoon, ein Werkzeug zur Erstellung kleiner animierter Videos,
  • Playposit, ein Tool zur Anreicherung von Videos mit Frage- und Reflexions-Elementen,
  • die kollaborative, digitale Pinwand Padlet,
  • das Abstimmungssystem Mentimeter sowie
  • Learningsnacks, eine Webapplikation zur Erstellung kleiner, interaktiver Wissensbausteine in Chat-Form.

Während der einwöchigen Online-Vorbereitungsphase suchten sich alle Teilnehmenden zunächst eines der sechs genannten Tools aus (je 2 Teilnehmer pro Tool), welches sie sich zur Vorbereitung schon einmal anschauten. Dazu erstellten die Teilnehmenden jeweils zu zweit einen kurzen Steckbrief zu ihrem gewählten Tool mit Hilfe der offenen Präsentations-Software HackMD. (Die Idee zu den Tool-Steckbriefen basiert auf dem Konzept der SPLOTS, welches Nele Hirsch in der letzten MultimediaWerkstatt von studiumdigitale vorgestellt hat.) Für die Tools, die eine Anmeldung erfordern, stellten wir Zugangsdaten bereit, somit waren die Teilnehmenden nicht genötigt, sich mit ihren Daten zu registrieren.

Für die Präsenzphase installierten wir sechs Stationen, an denen in vorgegebenen Zeitslots von 15 Minuten jeweils ein Tool angeschaut werden konnte. Dazu blieb jeweils ein*e Teilnehmer*in, die das Tool in der Onlinephase bereits getestet hatte, als Erklärperson an der Station, die andere Person konnte sich an einer der übrigen Stationen ein anderes Tool erklären lassen. Die Eindrücke der „Stationsgäste“ wurden dabei direkt mit in die Tool-Steckbriefe aufgenommen. Nach 15 Minuten endete die Runde und die Stationen wurden neu besetzt: Wer gerade „sein“ Tool erklärt hatte, konnte nun eine andere Station besuchen, wer gerade „Gast“ an einer Station war, kam als Erklärperson an „seine“ Station zurück. Dieses Rotationsprinzip wurde, mit Pausen, so lange fortgesetzt, bis jede*r Teilnehmer*in jedes Tool kennengelernt hatte.

Das abschließende Feedback der Teilnehmenden auf dieses doch sehr arbeitsintensive Fortbildungsformat war sehr positiv, gerade die Rolle der Erklärenden wurde als besonders wertvoll empfunden: Durch die unterschiedlichen Fragen der Gäste in den verschiedenen Runden wurde man selbst immer wieder angeregt, sich vertiefter mit dem „eigenen“ Tool zu befassen. Den Workshop werden wir darum in ähnlicher Form auch auf anderen Fortbildungsveranstaltungen für Lehrende anbieten.

Die Ergebnisse wurden direkt in den Tool-Steckbriefen festgehalten, die wir auf einer Mini-Website von Telegra.ph noch einmal gesammelt haben.

Literatur

Dewey, John: Democracy and Education. New York : The Macmillan Company, 1916.

Dewey, John ; Dewey, Evelyn: Schools Of Tomorrow. New York : E. P. Dutton and Co., 1915.

Jean-Pol Martin: Zum Aufbau didaktischer Teilkompetenzen beim Schüler – Fremdsprachenunterricht auf der lerntheoretischen Basis des Informationsverarbeitungsansatzes. Dissertation Universität Gießen 1985. Narr Verlag, Tübingen 1985

Bild von Michael Bieri auf Pixabay

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